Psychosoziale Unterstützung (PSU)
Für Einsatzkräfte da – wenn Belastungen bleiben
Einsatzkräfte der Feuerwehr sind im Berufs- und Ehrenamt regelmäßig mit außergewöhnlichen und belastenden Ereignissen konfrontiert. Schwere Unfälle, Brände, Todesfälle oder Einsätze mit Kindern gehören zu den Situationen, die auch erfahrene Feuerwehrangehörige emotional fordern können. Zusätzlich zu den Herausforderungen des Alltags müssen diese Eindrücke verarbeitet werden.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Angehörige von Feuerwehr und Rettungsdienst einem erhöhten Risiko für psychische Belastungen ausgesetzt sind. Professionelle Ausbildung und langjährige Erfahrung schützen nicht immer vor den Folgen außergewöhnlicher Einsatzereignisse. In solchen Situationen kann psychosoziale Unterstützung einen wichtigen Beitrag leisten.
Das PSU-Team der Feuerwehr Detmold
Bereits im Jahr 2013 hat die Feuerwehr Detmold ein Team für Psychosoziale Unterstützung (PSU) eingerichtet. Ziel ist es, Einsatzkräfte nach besonders belastenden Ereignissen zeitnah, vertraulich und professionell zu begleiten.
Das PSU-Team besteht aus haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen. Derzeit engagieren sich zehn speziell ausgebildete PSU-Kräfte – jeweils zur Hälfte als PSU-Assistentinnen und -Assistenten sowie PSU-Helferinnen und -Helfer.
Die Tätigkeit im PSU-Team erfolgt zusätzlich zu den regulären Aufgaben innerhalb der Feuerwehr Detmold.
Unsere Aufgaben
Das PSU-Team bietet unter anderem:
- Gruppengespräche nach belastenden Einsätzen
- Vertrauliche Einzelgespräche
- Beratung und Begleitung von Einsatzkräften
- Unterstützung bei der Verarbeitung belastender Ereignisse
- Vermittlung an geeignete Fachstellen, wenn weiterer Unterstützungsbedarf besteht
Das Angebot versteht sich ausdrücklich als Beratung und Begleitung. Eine psychotherapeutische Behandlung wird nicht durchgeführt.
Qualifikation
Die Mitglieder des PSU-Teams verfügen über eine spezielle Ausbildung in den Bereichen:
- Stress- und Notfallpsychologie
- Psychotraumatologie
- Gesprächsführung und soziale Wahrnehmung
- Umgang mit Sterben, Tod und Trauer
- Krisenintervention für Einsatzkräfte
Die Ausbildung zur PSU-Assistentin bzw. zum PSU-Assistenten umfasst mindestens 120 Unterrichtseinheiten und erfolgt am Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen.
Einsatzspektrum
Neben der Betreuung von Einsatzkräften nach belastenden Ereignissen unterstützen die PSU-Kräfte bei besonderen Einsatzlagen auch:
- die Einsatzleitung,
- Führungsstäbe sowie
- Großschadenslagen, beispielsweise bei einem Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten (MANV) oder Naturkatastrophen.
Kurz & knapp
Unser Ziel
Die psychische Gesundheit der Einsatzkräfte schützen, stabilisieren und mögliche Belastungsfolgen frühzeitig minimieren.
Unsere Kompetenz
Speziell ausgebildete Feuerwehrangehörige mit fundierter Qualifikation in der psychosozialen Unterstützung.
Unser Angebot
Vertrauliche Beratung, Begleitung und Unterstützung – kollegial, professionell und auf Augenhöhe.
Übrigens …
Das PSU-Team der Feuerwehr Detmold unterstützte im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen mehrere Tage lang die Einsatzkräfte während der Hochwasserkatastrophe 2021 im Kreis Euskirchen.
Darüber hinaus arbeitet das Team bei Bedarf organisationsübergreifend mit Feuerwehren, Rettungsdiensten, der Polizei, dem Technischen Hilfswerk (THW), Behörden und weiteren Hilfsorganisationen zusammen.